15. Fürst von Wrede Rallye-MSC Jura

Am zweiten Aprilwochenende fand der zweite Rallye-Meisterschaftslauf des NAVC in Ellingen statt. Das Ellinger Schloss bildete als Rallyezentrum und Serviceplatz wieder eine tolle Kulisse für die 15. Fürst-von-Wrede-Rallye des MSC Jura.

103 Teams gingen in diesem Jahr an den Start. Rallyeleiter Tobias Enderlein und sein Team hatten in diesem Jahr bereits am Freitag den Start der Rallye geplant.

So ging es nach Einbruch der Dunkelheit, nachdem die Vorausfahrzeuge einige Runden gedreht hatten, auf dem bereits bekannten Rundkurs Massenbach in den ersten Sekundenkampf. Die Teilnehmer zeigten Rallyesport vom Feinsten und es waren sehr viele Zuschauer an die Strecke gekommen.

Der Samstag bot den Teilnehmern dann nach einer Besichtigungsrunde zwei weitere Prüfungen: der fürstliche Wald rund um das Schloss Sandsee hatte 9 WP-Kilometer mit 70% Schotter. Die zweite  WP „Burg Neuhaus“ wurde erstmals im letzten Jahr gefahren und war auch 2017 wieder als Rundkurs mit wechselnden Belägen ausgelegt, was die Reifenwahl bei manchen Teams etwas kniffliger gestaltete. Kurvenreiche Landstraße, Waldpassagen und Feldwegen boten insgesamt 15,5 km WP-Länge mit einem Schotteranteil von 45%.

Insgesamt hatten die Teams am Samstag zwei Runden mit insgesamt 57 WP-Kilometern bei sehr sonnigem und trockenem Wetter zu absolvieren. Alle Teilnehmer zollten dem MSC Jura viel Lob für eine top-organisierte und reibungslos verlaufende Rallye. Der im Vorauswagen ebenfalls teilnehmende Fürst Christian von Wrede kündigte bei der Siegerehrung an, im nächsten Jahr mit dem Veranstalterteam weiter an neuen Strecken im fürstlichen Wald zu tüfteln.

Das Spitzentrio des ersten DAM-Laufs, der Rallye Zorn, trägt die ersten drei Startnummern: Der Pfälzer Stefan Schulze im Subaru Impreza, diesmal mit Lisa Kuhn als Copilotin, der Nürnberger Klaus-Jürgen Faust im Evo 9 mit Doris Nägel und Ulm-Sieger Martin Breiler vom Bodensee mit Katrin Rost im Evo 10. Doch den Nacht-Rundkurs beenden zwei Evo-8-Piloten als Schnellste. Die Öhringer Uli Kübler und Matthias Klotz setzen die Bestzeit vor Stefan Stich und Nina Blumreich. Dann folgen Faust, Schulze, Gerd Tabbert und Michael Keller im Allrad-BMW sowie Breiler.

Am Samstag trumpft Schulze bei der ersten Sandsee-Passage auf. Nur Kübler bleibt dran, Faust büßt als Dritter 22 Sekunden ein. Breiler verliert bei einem Ausritt eine halbe Minute, während Stich und Brunken ausfallen. Auf dem Rundkurs setzt Kübler seine zweite Bestzeit und baut die Führung vor Schulze auf 30 Sekunden aus. Der Pfälzer verringert den Abstand im zweiten Sandsee-Durchgang zwar um zehn Sekunden, doch mit einem 20-Sekunden-Polster startet Kübler in die letzte WP.

Den Sieg vor Augen spürt der Schwabe auf der Bergrennstrecke einen dumpfen Schlag im Motorraum, dann ist die Rallye für ihn vorbei. So geht der Gesamtsieg an Stefan Schulze und Lisa Kuhn, während Klaus-Jürgen Faust und Doris Nägel mit der Bestzeit auf der Burg-Neuhaus-WP noch bis auf sechs Sekunden herankommen.

Martin Breiler und Katrin Rost komplettieren Podium. Gerd Tabbert und Michael Keller verlieren Rang 4 noch auf der letzten Prüfung gegen die Regensburger Andi Schweiger und Magdalena Schwaiger im Evo 9, die ohne einen einminütigen Zeitverlust in WP 3 Dritte hätten werden können.

Hinter den Allrad-Turbo-Boliden bieten sich die Schnellsten der 44 Zwei-Liter-Fahrzeuge spannenden Sport – die ersten Fünf erreichen innerhalb von nur 26 Sekunden das Ziel. Die Nase vorn hat überraschend ein relativ braver BMW aus dem 318is-Cup mit „W.Emmersdorfer“ am Lenkrad und seiner Tochter Jasmin auf dem Beifahrersitz. Als Zweite kommen Thomas und Melanie Schultz im Renault Clio ins Ziel, denen ein Schnitzer im Nacht-Rundkurs den Klassensieg vereitelt. Quertreiber Andre Gasteier bleibt im 318-Duell ganz knapp vor dem erst 21-jährigen Jan Schneider, der seine beste Leistung zeigt. Oliver Wirth (BMW 318) landet auf Platz 5 in der Klasse vor den Routiniers Sigi Damm im Audi 80 Quattro und Thilo Wagner im Honda Civic.

Favoriten-Siege gibt es in den kleinen Hubraumklassen. Bis 1600 cm³ gewinnen Wolfgang Wittmann und Robert Nikol im Ford Escort TC dank einer 30-Sekunden-Schikanen-Strafe für das Ascona-16V-Team Arno Reuß und Sabrina Thiel. Deren Vater Rainer Thiel und ihr Bruder Daniel setzen sich in der 1300-cm³-Klasse im Allrad-Panda gegen den Seicento von Jürgen Hohlheimer durch. In der BMW-M3-Klasse über 2000 cm³ fallen die Favoriten Lars Garten und Martin Stuckenberger mit Getriebeschäden aus, so dass die Ulmer Michael und Fabian Knese im BMW 328i den ersten Platz erben. In der Gruppe der Serien-Fahrzeuge fährt der vielfache NAVC-Meister Frederik Leykauf (Honda Integra, mit Melanie Haller als Co) der Konkurrenz deutlich davon. Christian Funk im BMW und Thomas Heider im VW Golf belegen die nächsten Plätze. Ein Viertel der gestarteten Teams bleibt auf der Strecke, 76 Fahrzeuge stehen im Parc Fermé neben dem Schloss Ellingen.

Text: Katja Hossfeldt/rallye magazin

Foto: rallye-pics.de / Die Zweitplazierten Klaus-Jürgen Faust/Doris Nägel

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